Die Heilige Schrift als unendliches Feld der Meditation

Lectio divina ist ein altbewährter Weg, mit Hilfe geistlicher Texte in den Dialog mit Gott zu treten und letztlich in die Kontemplation des schweigenden Gebetes. Der Begriff meint nicht ein Lesen im Sinne von verstandesmäßigem Erfassen eines Inhaltes, sondern einen den ganzen Menschen umfassenden Prozess.



Psalm 51, 12:



Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, /

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!








Lies den Text wiederholt und langsam, am besten halblaut…
Gedanken kommen und gehen…

Manche Gedanken bekommen bald ein seltsames Gewicht.
Ein Wort oder ein Satz bringt in dir etwas zum Schwingen.
Verweile bei diesem Wort, bei diesem Satz.
Wiederhole die Worte, lass sie ganz Teil werden von dir.
Du wirst bald merken, dass du angesprochen wurdest.
Du bist zur Hörenden, zum Hörenden geworden.

Antworte mit einem kurzen Gebet oder mit einer Geste und verweile in Stille.
 


„Das tiefe kontemplative Eindringen in die Psalmen kann man nur erreichen, indem man sie erfüllt. Es besteht in der Wahrnehmung, dass sie sich in uns erfüllen. Sie zeigt uns unseren Platz im Geheimnis Christi und unsere eigene Berufung.“ (Thomas Merton)
 

Hinter jedem Schriftwort

öffnen sich unendliche

Räume geistlicher

Erkenntnis.